Kann Kunst die Welt verändern? - Ein Portrait von JR.

Februar 28, 2016

  

JR (Juste Ridicule) wurde durch seine eindrucksvollen Fotografien von Einwohnern von Banlieues bekannt, die er als großflächige Poster an Hochhäusern und Brücken in Paris und Cartagena anbringen ließ. In der spanischen Hafenstadt plakatierte JR dort, wo alte Gebäude abgerissen wurden, um für lukrativere Bürohochhäuser Platz zu machen, Groß-Fotoportraits der ältesten Einwohner, die zum Teil aus ihren Wohnungen vertrieben wurden.


Ein weiteres Projekt ist der Film Women are Heroes, welcher bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes als Wettbewerbsbeitrag gezeigt wurde. Aus dem Bildmaterial entstand zugleich eine Ausstellung „JR – ‚Women are Heroes‘“. Die auf diesen Bildern gezeigten Frauen haben eines gemeinsam: Sie leben in den Slums des 21. Jahrhunderts und sie sind stark. Entstanden sind die Fotografien auf einer Reise durch sieben Länder auf drei Kontinenten. Die Resultate sind ausgestellt worden in Ausstellungen weltweit.

Das Inside Out Projekt

Das Inside Out Projekt ist eines der am größten angelegtesten Kunstprojekte der Welt, in dem die persönliche Identität in Teile der künstlerischen Arbeit einfließt- Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen JR, dem TED Prize und den mitwirkenden Passanten vor Ort. Dafür baute der JR Kleinlaster zu fahrenden Fotoautomaten um, die vor Ort Menschen für sein ‘Inside Out’-Projekt porträtieren und die Fotos direkt ausdrucken können. Die dabei entstanden Poster/Plakate werden dann an öffentliche Gebäude geklebt, um diese als Gesamtkunstwerke umzugestalten.

Das Inside Out Project hat weltweit 223927 Portraits in 112 verschiedenen Ländern hervorgebracht. Neben dem Pantheon in Paris (4160 Portraits), dem Times Square in New York (5806 Portraits), am Gazastreifen in Israel/Palästina (3275 Portraits) und quer durch den Norden Japans bis hin zu Tokio (24067 Portraits) wurde auch das historische Weinkontor in Wuppertal mit den Paste-Ups beklebt.